Im Bestandesschluss werden gerade und voll-holzig-zylindrische Stämme mit hochangesetzter Krone ausgebildet. Im Freistand bleiben die Bäume bei stärkerer Kronenausbildung nur kurzstämmig. Es wird ein nur relativ geringes Alter erreicht. Infolge einer ab dem achten Lebensjahrzehnt einsetzenden Stammfäule werden die Bäume forstlich im Alter von 70-90 Jahren genutzt.
Zwischen dem Holz der im Wald gewachsenen Wildkirsche und der kultivierten Süßkirsche bestehen im Aussehen keine nennenswerten Unterschiede. Der schmale Splint ist gelblich- bis rötlichweiß gefärbt; das Kernholz ist im frischen Zustand nur wenig dunkler, dunkelt aber unter dem Einfluss des Lichtes zu einem rötlichbraunen bis hellgoldbraunen Alterston nach.
Das Holz des Kirschbaums ist bei einer mittleren Rohdichte von 0,6 g/cm³ bezogen auf 12-15 %Holzfeuchte mittelschwer sowie ziemlich hart und zäh. Zudem besitzt es gute Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften. Der Witterung ausgesetzt ist Kirschbaum kaum dauerhaft, so dass es für die Außenverwendung nicht geeignet ist.
Kirschbaum ist ein ausgesprochenes Ausstattungsholz. Schon während der Stilepoche Louis XVI war das gleichermaßen wohnliche Atmosphäre und vornehme Eleganz ausstrahlende Holz ein beliebtes Möbelholz. In der Biedermeierzeit wurde es teilweise selbst dem Nussbaum vorgezogen, und die Nutzung war so stark ausgeprägt, dass sie zu einer merklichen und in der Folgezeit verbliebenen Abnahme dieser Baumart führte.
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